Achtsamkeit trifft IFS

Ein Weg zu innerer Harmonie

Eltern wollen zwar „das Beste“ für ihre Kinder, aber trotz aller guten Absichten kommt es im täglichen Miteinander immer wieder zu Spannungen und Auseinandersetzungen, die schwer zu lösen sind. Die Gründe hierfür liegen oft in der eigenen Vergangenheit: Eltern reagieren häufig mit einem Verhalten, das sie in ihrer Kindheit erlernt haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wenn sie sich mit ihrem eigenen ‚inneren Kind’ beschäftigen, entwickeln sie ein besseres Verständnis für ihre Kinder und ein größeres Einfühlungsvermögen. Ansatzweise wird hier das IFS-Modell mit einbezogen und erläutert.

IFS und Achtsamkeit

Zwei Ansätze, die sich gegenseitig bereichern

Achtsamkeit ist die Kunst, voll und ganz im gegenwärtigen Moment zu sein, ohne zu urteilen – eine Praxis, die uns lehrt, unsere Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen, ohne sofort darauf zu reagieren. IFS ist ein Ansatz, der uns dazu ermutigt, mit unseren verschiedenen inneren Anteilen in einen liebevollen und verständnisvollen Dialog zu treten. Beide Methoden ergänzen sich hervorragend, indem sie uns helfen, unseren Geist zu beruhigen und ein tieferes Verständnis für uns selbst zu entwickeln.

Durch Achtsamkeit trainieren wir, unsere Aufmerksamkeit immer wieder zu unserer Atmung oder einfach zum gegenwärtigen Moment zurückzubringen. Dies hilft uns, einen Zustand der wachen Beobachtung einzunehmen, in dem wir innere Ruhe und Akzeptanz erfahren. Von dort aus sind wir in der Lage, unsere inneren Anteile – wie sie im IFS-Modell beschrieben werden – mit Neugier und Offenheit zu betrachten, ohne von ihnen vereinnahmt zu werden.

IFS erweitert die Möglichkeiten der Achtsamkeitspraxis, indem es einen strukturierten Ansatz zur Erforschung des Selbst und der verschiedenen inneren Anteile bietet. Während Achtsamkeit den Schwerpunkt auf das Bewusstsein des Augenblicks und die nicht wertende Beobachtung legt, bietet IFS einen Rahmen, um die Beziehungen zwischen diesen inneren Anteilen zu verstehen und zu heilen. Es fördert eine tiefere Selbstreflexion und ermöglicht es uns, unbewusste Muster und Überzeugungen, die unser Wohlbefinden beeinträchtigen, nicht nur zu bemerken und von ihnen Abstand zu nehmen, sondern sie an ihrer Ursprungsquelle zu transformieren. Es ist wie der Unterschied zwischen „Hey, ich bemerke, dass ich gestresst bin“ und „Hey, ich verstehe jetzt, warum Teil X von mir gerade ausflippt und was er braucht, um sich zu beruhigen“.

Umgekehrt kann Achtsamkeit die IFS-Praxis bereichern, indem sie das Erleben von Selbst-Qualität fördert, diese Präsenz, die für die effektive Arbeit mit inneren Anteilen essenziell ist. Achtsamkeitsübungen können helfen, einen Zustand des „Selbst“ zu erleben, der durch Ruhe, Neugier und Mitgefühl gekennzeichnet ist – eine ideale Voraussetzung für die Anwendung der IFS-Prinzipien. Aus Teile-Perspektive könnte man Achtsamkeit so beschreiben: Wir sind uns unserer Anteile und den im jeweiligen Moment auftauchenden zugehörigen Gedanken, Gefühlen und Impulsen bewusst und üben, in Selbst-Führung zu bleiben. Je weniger Identifikation mit Teilen vorherrscht, desto leichter ist es, in der Gegenwart präsent zu sein: Während Teile häufig in aus der Vergangenheit stammenden Verhaltensautomatismen feststecken oder versuchen, zukünftiges Erleben zu kontrollieren oder vorauszuplanen (eine Hauptaufgabe der Manager), ist das Selbst im Hier und Jetzt anwesend.

Anwendung in der Praxis

Achtsamkeit als Tor zur Selbstführung

In der praktischen Anwendung dient Achtsamkeit als wunderbarer Einstiegspunkt zur Selbstführung. Eine grundlegende Achtsamkeitsübung, wie das bewusste Atmen, schult unsere Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu bleiben. Dies ist die Basis, auf der wir die Arbeit mit unseren inneren Anteilen aufbauen können. Verankert in einem Zustand der Achtsamkeit, können wir unsere inneren Anteile mitfühlend und respektvoll erforschen. Vielleicht bemerken wir einen Teil, der Angst hat, oder einen anderen, der Wut empfindet. Anstatt diese Empfindungen sofort zu bewerten oder zu unterdrücken, laden wir sie ein, sich zu zeigen, und hören zu, was sie uns zu sagen haben. Diese Herangehensweise fördert ein tiefes Verständnis für uns selbst und unterstützt das harmonischere Zusammenspiel unserer inneren Anteile.

Achtsamkeit fördert also die emotionale und psychische Stabilität, die nötig ist, um die tiefen inneren IFS-Abenteuer sicher und mit voller Kraft zu erleben. Gleichzeitig erweitert IFS die Praxis der Achtsamkeit mit spezifischen Techniken zur Selbstheilung und zum emotionalen Wachstum. Zusammen ein enorm kraftvolles Werkzeugset – sowohl für die Therapie wie für persönliche Entwicklung.

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Heike Mayer

Heike Mayer ist zertifizierte IFS-Therapeutin und Lehrtrainerin am IFS-Institut München, Zen-Lehrerin, Achtsamkeitstrainerin und Buchautorin. Die MBSR-Senior-Trainerin beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie ein Zusammenspiel östlicher und westlicher Wege Menschen den Zugang zur Tiefendimension unseres Lebens erleichtern kann: zu dem, was wir in der Tiefe wirklich sind.

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